Wir starten ab jetzt etwas, das wir schon lange vorhatten.
Viele von euch kaufen unsere Abfüllungen, weil sie schmecken. Weil die Fasswahl stimmt. Weil die Zahlen passen.
Aber hinter fast jeder Flasche steckt noch etwas anderes: ein Ort, eine Begegnung, ein Satz am richtigen Abend.
Den Anfang macht Oliver. Und es geht um eine Abfüllung, die nicht von Islay kommt, aber trotzdem sehr ICC ist: Penderyn – und um Wales:
Es gibt Abfüllungen, die kaufen wir nicht nur, weil die Specs stimmen. Sondern weil sie an etwas erinnern.
Bei Penderyn ist das bei uns ziemlich persönlich.
Bevor ich Whisky geliebt habe, habe ich das United Kingdom geliebt. Und bevor ich überhaupt wusste, was „Single Cask“ heißt, bin ich mit 16 Jahren durch Wales gelaufen. Rucksack, Karte, zu viel Optimismus.
Ich bin an der Tintern Abbey gestartet – dieser Ort hat etwas Unheimliches, wenn du dort in der Nähe übernachtest. Ruinen, Schatten, Stille. Und genau dieses Gefühl, als würde gleich eine Geschichte anfangen.
Danach ging es weiter in die Black Mountains. Erst: Sommer. Weite. Leichtigkeit. Und dann kam dieses typisch britische Wetter. Regen, Wind, Nebel.
Ich erinnere mich noch gut an diesen Kontrast: unten im Tal fast idyllisch, oben am Grat dann plötzlich hartes Wetter. unten irgendwo Richtung Hay-on-Wye, dann wieder hoch an den Grat – und oben, irgendwo Richtung Waun Fach, kam der Nebel wie eine Wand. Wind, nasse Jacke, Sichtweite gefühlt zehn Meter.
Und genau da zeigt Wales seine ganze Schönheit und Brachialität. Berge, Burgen, Drachen in der Fantasie. Dieses „Game of Thrones“-Gefühl, wenn die Landschaft mehr Charakter hat als manche Menschen.
Und dann diese Orte, die wirken, als hätte jemand die Zeit stehen lassen: Ruinen wie Llanthony Priory im Tal – still, ein bisschen unheimlich, genau diese keltische Schicht, die Wales wie Schottland trägt.
Und ja: Wales hat dieses keltische genauso wie Schottland. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass du dort durch Orte wanderst, deren Namen man noch schwieriger ausspricht als schottische Dorfnamen. Das macht es nicht touristischer – eher echter.
Warum erzähle ich dir das?
Weil Penderyn für uns genau das ist: Wales in flüssig. Nicht Islay, nicht Schottland – aber genauso britisch. Und manchmal sogar britischer, weil es weniger Folklore ist und mehr echtes Gelände.
Und weil das immer wieder gefragt wird: Sherry ist seit eh und je ein Whisky-Thema im UK. Lange bevor Bourbon-Fässer zum Standard wurden, waren Sherryfässer für viele Abfüllungen praktisch der Normalfall.
Und die Fässer kamen nicht „aus dem Nichts“: Über alte Handelsrouten und die Häfen an der Südküste – Wales eingeschlossen – fanden Sherry und Sherryfässer ihren Weg ins Land. Deshalb fühlt sich ein PX-Fass hier nicht wie ein Fremdkörper an, sondern wie Teil derselben Geschichte.
Und dann kommt noch der ICC-Teil dazu: Wir haben mit dieser Abfüllung zum ersten Mal Schottland verlassen – und sind trotzdem bei dem geblieben, was wir lieben: Vollreifung im Fass.
- Distilled 05/2015 · Bottled 06/2022
- Single Cask #S156 · 380 Flaschen
- lange Reifung im PX Sherry Cask
- 53,0% · ungefiltert & ungefärbt · 70cl
Die Farbe sagt dir sofort, wo die Reise hingeht: dunkles Mahagoni. Und die Nase hält Wort: PX-Sherry, ledrige Süße, Dörrobst, rumige Früchte, Mandeln. Am Gaumen ist das ein mächtiges Sherry-Brett – aber eines, das nicht nur laut ist, sondern verwoben. Und dann kommt sie: Orangenmarmelade. Zesten, Speichelfluss, am Ende trocken-würzig mit Holz. Spätestens dann ist es egal, dass er nicht aus Schottland kommt.
Und ja: Wales ist bei uns nicht nur Olivers Geschichte. Matthias verbindet eine langjährige Freundschaft zu Thomas von Schlumberger (Penderyn-Import). Und Penderyn ist die Lieblingsdestillerie von Manuela, Michaels Gattin.
Das ist am Ende der Punkt: Manchmal ist eine Abfüllung nicht „nur ein Whisky“. Manchmal ist sie ein Ort.
Wenn du Wales im Glas willst: Das hier ist unsere Flasche.